VDH Rassestandard

BESCHREIBUNG: TIBET TERRIER

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

Robust, von mittlerer Größe, langhaarig, mit quadratischer Silhouette, resoluter Ausdruck.

VERHALTEN/CHARAKTER(WESEN): 

Tibet Terrier sind ausgezeichnete Familien- und Begleithunde, die schon aufgrund ihrer Körpergröße - Schulterhöhe um die 40 cm - bequem überall hin mitgenommen werden können. Sie sind ursprüngliche, robuste, widerstandsfähige, lustige und intelligente Hunde mit einer hohen Auffassungsgabe. Sie verstehen sich als vollwertige Familienmitglieder und wollen auch als solche angesehen werden. Wenn man sie so akzeptiert, passen sie sich gerne an und man wird viel Freude an ihnen haben.

Aufgrund seiner Intelligenz will der Tibet Terrier gefordert und gefördert werden und seine Erziehung bedarf einiger Kenntnisse. Angefangen mit familiengerechter Prägung, in den ersten Lebenswochen beim Züchter, erhält der Junghund weitere Sozialisierung in seinem neuen Umfeld. Da der Tibet Terrier ein so einzigartiges, einnehmendes, liebevolles und charmantes Wesen hat, kann er uns Menschen manchmal, ohne das wir es merken, ganz schnell von seinem eigenen Willen überzeugen. Eine liebevolle, konsequente und ruhige Erziehung ist nötig, um dem Tibet Terrier die Vorzüge der menschlichen Entscheidungen beizubringen. Auf Druck oder gar Zwang reagiert der Tibet Terrier nicht, meist wird dies hoheitsvoll ignoriert. Es versteht sich von selbst, dass diese temperamentvolle Hunderasse, die auch eine enorme Sprungkraft ihr Eigen nennt, gerne ausreichend Bewegung im Freien hat. Es kann aber ruhig auch einfach mal das ,,Gassi gehen" um den Häuserblock sein. Wichtig sind vor allem tägliche Spaziergänge oder viel Freilauf mit anderen Hunden.

Wer sportlich ist, hat im Tibet Terrier den idealen Begleiter, der hervorragend auch für Agility, Obedience oder Dog-Dance geeignet ist. Für Familien mit Kindern ist er diesen, bei richtiger Erziehung, ein lieber Freund und Kamerad. Ebenso werden Tibet Terrier auch als Therapie-Besuchshunde eingesetzt.

GESCHICHTE: TIBET TERRIER

Der Ursprung der Rasse liegt in Tibet. Die Tibeter glauben an die Reinkarnation (Wiedergeburt). Aus diesem Grund wird in seiner Heimat nie ein Tibet Terrier verkauft, sondern nur als Glücksbringer verschenkt. Die Hunde sind in den Klöstern, bei den Herden der Nomaden und bei wohlhabenden Tibetern zu finden.

1922 operierte Frau Dr. Greig eine wohlhabende tibetische Frau in Indien. Dankbar über die gelungene Operation schenkte diese ihr aus dem Wurf ihrer Hündin Lily einen Welpen. Die gold-weiße Tibet Terrier Hündin Bunty. Frau Dr. Greig züchtete ab 1924 unter dem Zwinger "of Lamleh".

1930 Anerkennung der Rasse in Indien als Tibet Terrier

1931 Registrierung als Tibet Terrier im britischen Kennel Club. (Der Name Tibet Terrier ist jedoch falsch. Richtig heißt er Tibet Apso, was Tibet Langhaar bedeutet.)

1938 werden zum ersten mal Tibet Terrier in einer eigenen Ausstellungsklasse mit einer Anwartschaft auf einen Championtitel gewertet. Dieses geschieht in England auf der Cruft Show. Gewinner der Zuchtausstelllung ist Thoombay of Ladkok.

1939 kamen die ersten Tibet Terrier nach Deutschland. Frau Bruns aus Berlin erwarb in England zwei gedeckte Hündinnen und züchtete unter dem Zwinger "von Tiergartenbrück".

1953 entstand in England eine zweite Zuchtlinie mit Trojan Kynos (Rufname Dusky), der am Hafendock von Liverpool gefunden wurde und der Tochter - der 1955 registrierten Hündin Princess Chan - Princess Aureus (Rufname Dawn). Die Besitzer von Trojan Kynos (Familie Downey) züchteten 1957 unter dem Zwinger "Luneville".

Um in Tibets Hochland die Herden treiben zu können und halt beim Klettern sowie im Schnee zu haben entwickelten sich bei den Tibet Terriern bewegliche Krallen zum Greifen. Das Klima in Tibet ist besonders rauh und sehr schnell wechselnd. Dementsprechend hat sich auch das Haarkleid der Hunde entwickelt. Es ist so gestaltet, dass es vor Temperaturen von +25°C und -40°C, sowie vor Sonne, Sand- und Schneestürmen schützt.

Die Tibeter nennen die Tibet Terrier auch Schneelöwen oder liebevoll ,,little people" (kleine Menschen).Sie gehören noch heute zu den ursprünglichen Hunderassen.

"Lamlehhunde" benötigen 3 - 4 Jahre, bis ihre Entwicklung abgeschlossen ist. Luneville Nachkommen haben eleganteres Haar und sind bereits mit 18-24 Monaten mit der Entwicklung komplett fertig.

HAARKLEID: TIBET TERRIER

HAAR: 

Doppelt. Unterwolle fein und wollig. Deckhaar üppig, fein, jedoch weder seidig oder wollig, lang, glatt oder gewellt, aber nicht lockig.

FARBE: 

Weiß, gold, creme, grau oder rauchfarben, schwarz, zwei- oder dreifarbig; eigentlich ist jede Farbe mit Ausnahme von schokoladen- oder leberbraun erlaubt.

 


Der einzig wahre Rassestandard des Tibet Terriers!


FCI - Standard Nr. 209 - TIBET TERRIER (Tibetan Terrier)

Ursprung: Tibet/China
Verwendung: Begleithund
FCI - Klassifikation: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde
Sektion 5 Tibetanische Hunderassen
Ohne Arbeitsprüfung

 

Der geänderte FCI - Rassestandard


Ursprung: Tibet/China
Verwendung: Begleithund
FCI - Klassifikation: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde
Sektion 5 Tibetanische Hunderassen
Ohne Arbeitsprüfung

 

Der geänderte FCI - Rassestandard

 

Der Tibet Terrier ist nicht immer gleich als solcher zu erkennen.

  

Je nachdem, welcher Beschäftigung er gerade nachgegangen ist.

Es sind lebhafte und aktive Hunde, besonders in ungünstigen Augenblicken.

Er ist sehr intelligent, die Spielvarianten sind schier unerschöpflich.
Da der Tibet Terrier vorgibt ein Hütehund zu sein, arbeitet er gerne im Freien.

Besonders liebt er es, sich von Schafen treiben zu lassen oder Mofas, Joggern, Fahrrädern oder Pferden hinterher zu rennen.

Dank seines Arbeitseifers ist der Tibet Terrier gut erziehbar - es sei denn, er hat gerade keine Lust oder er sieht den Sinn nicht ein!

Der Schädel sollte weder breit, noch grob sein. Mit viel Platz fürs Gehirn. Beim Beklopfen verdächtig hohl klingend.
Jedoch hat der Tibet Terrier ausreichend Fantasie, um sich jeden Tag mehrere neue Streiche auszudenken.

Der Fang sollte genauso lang sein wie der Kopf, damit der Tibet Terrier selbigen überall problemlos hineinstecken kann.

  

Die Nase soll schwarz sein, entspricht in der Farbe allerdings meist der Substanz, in der sie gerade vorher gesteckt hat!

Die Augen liegen kaum sichtbar hinter der reichen Kopfbehaarung.
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass der Hund dadurch schlecht sieht.
Im Gegenteil, dem Tibet Terrier entgeht wenig - viel zu wenig!

Mit den Augen fixierte der Tibet Terrier früher Yaks.

Da aber das Yak im heutigen Lebensraum fehlt, richtet er seinen Fixierinstinkt auf allerlei Schmackhaftes.
Auf diese Weise bleibt jene wichtige Eigenschaft der Rasse erhalten!

Die Zunge muss besonders lang sein, um Behältnisse auslecken zu können,
die noch schmackhafte Reste enthalten.

 

Diese Eigenschaft soll bereits bei neu geborenen Tibet Terrier Welpen besonders ausgeprägt sein!

  

Die Ohren hat er nur zur Zierde, sie sind sehr beweglich und nehmen radargleich sofort Kontakt zu Mofas,
bellenden Kollegen oder den Leckerchen in der gerade erst geöffneten Schublade auf!

Der Tibet Terrier hat kräftige Zähne, die kein Material fürchten!

  Die Vorderhand und der Hals müssen gut ausgebildet sein, damit das Mitschleppen von großen Stöcken über lange Strecken nicht zur Ermüdung führt.

Die Hinterhand ist ebenfalls gut gewinkelt um einen schnellen Sprint zu ermöglichen.
Dabei greifen die Pfoten weit aus, aber nie weit genug, um Kaninchen und Rehe zu erreichen!

Die Pfoten müssen gross genug sein, um ein optimales Verschmutzen der verschiedenen Bodenbeläge sicherzustellen!
Es kommt am Besten zum Ausdruck bei Böden, die gerade gewischt oder gesaugt wurden.

Die Pfoten sollen zwischen den Ballen gut behaart sein, damit sich bei Schnee leichter Eisklümpchen zwischen den Ballen bilden können.
Das Entfernen derselben durch das Herrchen schafft beim Hund ein Gefühl der Dankbarkeit,
wodurch der Hund doch noch den Nutzen seines Herrchens einsieht!

Die Rute ist mittellang und gekringelt, aber trotzdem wedelt der Tibet Terrier sehr gerne.
Am Ende darf ein Haken sein, damit von flachen Tischen leichter etwas heruntergezogen werden kann!

Das Gangwerk des Tibet Terriers ist raumgreifend und fließend, damit er mit möglichst wenig Anstrengung so lange rennen und toben kann,
bis sein Herrchen völlig aus der Puste und mit den Nerven am Ende ist!

Das Fell soll von guter Länge und Beschaffenheit sein, damit es bei jeden Wetter genug Möglichkeit bietet,
darin Blätter und kleine Zweige nach Hause zu bringen.

Dieses Fell und das gastfreundliche Wesen des Tibet Terriers bietet schnell Unterschlupf für obdachlose Gäste wie Zecken und Flöhe!

 

Der Tibet Terrier kommt in vielen Farben vor und kann obendrein - je nach Beschäftigung viele andere Farben annehmen.

So können sich zum Beispiel von Natur aus schwarze oder weiße Tibet Terrier braun oder grau verkleiden,
wenn sie sich im Sand oder Matsch rollen!